Das Projekt

Nun sind wir schon eine Woche hier in Mankundu, obwohl es sich schon sehr viel länger anfühlt. Mittlerweile gibt es schon so etwas wie Routine. In der Woche, das heißt von Montags bis Samstags , da die Kinder hier 6 Tage Schule haben, stehen wir alle immer um 5 Uhr 30 bzw. 6 Uhr auf, da die Schule um 7 Uhr anfängt. Frühstücken tun wir hier meistens noch nicht, das tun wir erst wenn wir dann um 9 nach Hause kommen. Aber vielleicht erst einmal etwas über das Projekt. Es gibt 2 Schulen hier, eine in Mankundu im Slum Adarshanagore und eine im Nachbarort im Slum Lalkuthi. Die Schulen sind eigentlich keine richtigen Schulen sondern so genannte Tutorials. Diese starten vor der eigentlichen Schule und sind so gesehen Nachhilfeunterricht für die Kinder. Deshalb beginnen sie auch schon um 7 und enden um 9, da dann die eigentliche Schule beginnt. Morgens sind in den Tutorials Kinder im Alter von 3 bis 9 und sind dementsprechend in zwei Vorschulklassen sowie eine erste, zweite und dritte Klasse aufgeteilt, wobei in den Klassen eins bis drei immer so ca. 5 im Höchstfall 8 bis 10 Kinder anwesend sind. Bei den beiden Tutorials kann sich das durchaus unterscheiden, weil ich aber nach Adarshanagore gehe, kann ich besser über dieses Tutorial berichten. Da das Projekt in Adarshanagore schon länger besteht, ist es auch schon weiter entwickelt, so dass Kinder und Lehrer meistens pünktlich erscheinen(die Freiwilligen meistens auch) und auch die meisten Schüler anwesend sind, wogegen Julia und Markus in Lalkuthi morgens mit einer Glocke durch den Slum laufen müssen, um die Kinder einzusammeln und man sich anschließend noch gemeinsam die Hände wäscht. Dass die Kinder manchmal ( oder bei einigen auch häufig) nicht anwesend sind liegt jedoch meistens nicht an den Kindern selber, sondern an den Eltern, die einfach keinen direkten Nutzen darin sehen, wenn ihre Kinder zur Schule gehen. Bevor der Unterricht beginnt, wird in Adarshanagore erst einmal ein Gebet gesungen, was sich echt gut anhört und womit der Unterricht dann offiziell beginnt. Da die Schule nur aus einem Haus besteht, sind alle Kinder in diesem Haus und werden dann in ihre Klassen aufgeteilt, sodass die Vorschulklasse hinten im Raum und Klasse 1, 2 und 3 vorne im Raum nebeneinander ist. Dadurch kann es teilweise sehr laut werden. Da wir insgesamt 4 Freiwillige sind, gehen 2 von uns (Markus und Julia) nach Lalkuthi und Milan und ich gehen nach Adarshanagore. Dort unterrichten wir dann immer 1 Stunde eine Klasse zusammen und wechseln nach einer Stunde in die nächste. Das ist auch sehr gut so, da das Unterrichten sehr anstrengend ist, insbesondere dadurch, dass die Kinder zwischendurch keine Pause haben. Von daher ist es echt angenehm nach einer Stunde mit der nächsten Klasse ein neues Thema zu beginnen. Wenn Milan und ich eine Klasse zusammen unterrichten, dann teilen wir die Kinder meistens zwischen uns auf, so dass jeder nur 2 bis 4 Kinder hat, mit denen man arbeitet. Da die Lehrer uns am Anfang der Stunde meistens sagen, welche Übung wir aus dem Schulbuch mit den Kindern machen sollen, machen wir sowieso das Gleiche. Die Lehrer sind auch die ganze Zeit bei uns und helfen uns, etwas in Bengali zu übersetzen, wenn die Kinder uns nicht verstehen. Die Kinder sind echt super und ich habe die meisten schon jetzt sehr lieb gewonnen. Immer wenn der Unterricht vorbei ist, schütteln sie uns begeistert die Hand und einige lernen auch unglaublich schnell. Leider ist es aber auch sehr schwierig für die Kinder sich 2 Stunden lang zu konzentrieren und daher ist es manchmal echt enorm anstrengend die Kinder zu motivieren. Besonders wenn es darum geht nur Sätze zu lernen und zu buchstabieren, was ich auch nach einer Zeit langweilig finde. Außerdem können die meisten Kinder das Alphabet noch nicht komplett und verwechseln viele Buchstaben z.B. n und h, b und d und viele mehr. Trotzdem geben sie sich viel Mühe und im Gesamten macht es echt viel Spaß mit den Kindern zu arbeiten, da es auch sehr viele lustige Übungen wie z.B Lieder gibt. Das war erstmal ein Überblick über das Projekt, damit ihr überhaupt wisst, mit was ich so morgens beschäftigt bin. Als nächstes kann ich dann mal was über unseren Alltag erzählen, das geile Essen und unsere 2 Fahrten nach Kalkutta( ich hab mir schon neue Klamotten gekauft).

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Kommentare: 2
  • #1

    Alida (Mittwoch, 14 September 2011 06:11)

    Richtig gut :) Und wir versauern hier in Deutschland :D Aber wie heißen die Kinder, die du unterrichtest so? Hast du ein paar Namen parat?

    Aller liebste Grüße,
    Alida <3

  • #2

    Sara (Donnerstag, 15 September 2011 09:34)

    Hi..ja hab ich..es gibt relativ einfache wir anjali pati..aber in der schule hab ich auch nen jungen der pritang prithana heißt und es gibt so viele kinder wo ich mir die namen nicht merken kann, weil sie so lang und anders sind..es gibt noch ankit und dhilip, rathna ( meine gastmutter) und reshma( ne lehrerin) mondira piral ( auch ne lehrerin) und tapas kumar sur ( mein gastvater..namen an sich sind hier sehr schwerr zu merken ( den kindern geht es mit meinem namen übrigens nicht anders) :D werd demnächst auch noch mal nen blog schreiben wo ich spezieller auf den unterricht eingehe und erzähle wie es so abläuft und was schon so witziges oder auch " schockierendes" passiert ist..ganz herzallerliebste grüße zurück..suvoratri ( gute nacht)