Über eine komplizierte Registrierung und das Busfahren

Wow! Gestern war das erste Mal, dass ich einen richtig stressigen Tag hatte, der im Nachhinein aber auch irgendwie witzig war. Es fing zuerst eigentlich ganz normal an, wir sind zur Schule ins Projekt gegangen. Nachmittags hatten wir eigentlich vor nach Shirampur zu fahren und dort noch mal shoppen zu gehen. Das konnten wir den Tag aber leider vergessen. Denn auf einmal klopft Tapas an unsere Tür und sagt, dass wir bis morgen unsere Polizeiliche Registrierung in ( hab den Namen des Ortes vergessen) machen müssen. Die würden aber um 5 zumachen. Also nicht shoppen, dafür aber Dokumente beantragen, was aus Kiras Erzählung aber kompliziert und deprimierend werden würde. Wir dann in voller Hetze unsere Dokumente gesucht, noch ein paar geschrieben und dann der Schock: Wo sind unsere Municipal Documents aus Mankundu. Tapas behauptete steif und fest, sie uns bereits gegeben zu haben, woran sich aber keiner von uns erinnern konnte. Also suchten wir das ganze Haus ab, fanden aber nichts. Tapas sah dann noch mal in seinem Schreibtisch nach und - huch- da waren die Dokumente. Dann gings los zuerst mit einer Autoriksha und dann mit dem Bus. Ach ja, das Busfahren. Es war ja schon in Kalkutta ein echtes Erlebnis, aber im Gegensatz zu den Bussen auf dem Land sind die Busse in der Stadt echt leer. In dem Bus war es so voll, dass man keinen Schritt mehr gehen konnte, man musste sich nicht mal festhalten, weil man gar nicht umfallen konnte. Ich hatte das Glück zu sitzen, so dass zwar halb auf mir noch ne Frau saß und ich halb auf dem Schoß meines Sitznachbarn ( naja etwas übertrieben geschildert), aber ich immerhin am Fenster saß und frische Luft bekommen habe. Durch die vielen Menschen geriet der Bus in eine leichte Schräglage und wie ich so bin, hab ich mir die ganze Zeit ausgemalt, wie der Bus umkippt und ich unter ner Horde von Menschen begraben werde. Naja ganz so extrem war meine Gefühlslage nicht. Es war auch ziemlich witzig, obwohl so richtig genossen hab ich es auch nicht. Aber es war lustig und man muss es mit Humor nehmen, wie z.B ein Mann 2 Plätze hinter mir auf einmal an einer Haltestelle aus dem Fenster gekotzt hat. Nach einer 45minütigen Busfahrt ( der Bus wurde netterweise auch immer leerer) waren wir dann da. Ach ja Gotum ( keine Ahnung wie er geschrieben wird), ein Mitarbeiter von Human Wave war als persönlicher Übersetzer und Hilfestellung mitgekommen.

Da wir in der Stadt die Polizeistation auch noch suchen mussten, waren wir dann 20 vor 5 da. Dort saß dann ein sehr großer und dickerer Inder. Wir gaben ihm die Dokumente und dass erste, was er fragt: Why are you so late? ( Wir haben 14 Tage Zeit für die Registrierung und waren am 13. da. Also eigentlich alles im Rahmen). Ja und was will man darauf antworten. Also hab ich mit den Schultern gezuckt. Und dann gings los. Zuerst haben uns noch Reisepasskopien gefehlt. Also sind wir kopieren gegangen und haben sicherheitshalber die Visa gleich mitkopiert. War auch gut so, den als wir zurückkamen sagt er, ah yes and Visa copies also( Arschloch). Dann (und jetzt kommts) mussten wir ernsthaft eine Entschuldigungsbrief schreiben, in dem wir erklären mussten, warum wir erst nach 13 Tagen gekommen sind. Wir haben einen Brief geschrieben, ihn alle unterschrieben, kommen zurück da sagt er, No everyone needs individual letter (Megaarschloch). Jeder den Brief also noch mal abgeschrieben und selbst unterschrieben, gehen zurück, er schauts sich an und sagt, dass die Polizeiadresse noch fehle( hätte er das nicht schon vorher sagen können?). Wir, schon völlig verzweifelt und demoralisiert, noch mit Gotum die Polizeiadresse aufgeschrieben, wieder rein, in der Erwartung, dass bestimmt wieder etwas falsch wäre, aber dann hat endlich alles gepasst und wir konnten die Dokumente abgeben. So waren wir nach 2 Stunden Bangen und Fluchen endlich am Ziel. Das Beste aber war Tapas Spruch, als wir zurückkamen. Wir beschreiben ihm so den Mann und er lacht und sagt fröhlich, Ah yes I know him, he`s a nasty guy.

Aber die Rückfahrt hat mich für alles entschädigt. <es war leerer undneben mir saß ne indische Frau,d ie voll süß war. Zuerst hat sie mir zugelächelt und dann hat sie mich so gefragt, wo ich hinmuss und mit dem bisschen Bengali, dass ich kann haben wir uns so ein bisschen unterhalten und als sie ausgestiegen ist, hat sie noch gewunken. Da ist mir noch mal klar geworden, wie schön ich es in Indien finde und wie heimisch ich mich hier schon fühle.

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Ezekiel (Montag, 23 Juli 2012 01:44)

    I was looking for something similar, I am very grateful you have shared this subject