Erfahrungen aus einem Peaceworkshop mit Lehrern unserer Schule

 

Große Aufregung bei uns am Sonntagabend, da Tapas uns verkündete, dass am Mittwoch ein Peaceworkshop mit den Lehrern unserer Schulen und dem Staff von Human Wave stattfinden würde und wir auch eine Kleinigkeit dazu vorbereiten sollten. Dachten wir jedenfalls. Schüler sollten auch anwesend sein. Also setzten wir und am Montag zusammen und jeder überlegte sich eine Leitfrage, über die diskutiert werden sollte. Sehr stolz auf uns präsentierten wir Tapas abends unsere ca. Viertel stündige Präsentation, bis er auf einmal erzählte, ach ja und eigentlich solltet ihr ja das ganze Programm ausarbeiten, weil ich bis dahin keine Zeit mehr dazu habe. Schock. Auf einmal sollten wir ein 2 – 3stündiges Programm ausarbeiten, innerhalb von einem Tag. Dementsprechend setzten wir uns dann den ganzen Dienstag zusammen und hatten auch echt viel Spaß dabei uns ein Programm zu überlegen, wobei wir jedoch auch viele Probleme berücksichtigen mussten, wie z.B: Wie viele jüngere Kinder sind dabei und welches Grundwissen existiert über das Thema? Oder Wie stark sind die Menschen hier Gruppenarbeit gewohnt? Und natürlich: Wie viele Übersetzer sind da so, da viele Menschen nicht so gut Englisch sprechen können. Außerdem herrschten auch unter uns Freiwilligen einige unterschiedliche Auffassungen darüber, welcher Vortragsstil der Beste sei und ob man eher Vorträge halten sollte oder eher alles durch Gruppenarbeit erarbeiten lassen sollte. So verbrachten wir einen Nachmittag im Prinzip damit über verschiedene Vortragsweisen zu diskutieren und auch mal eine oder zwei Stunden lang über den Krieg in Libyen, Demokratieansichten, die USA und das Paradoxon der Zeit zu diskutieren ( auch wenn nicht zwangsläufig alles mit dem Thema Frieden zu tun hat). Um die Atmosphäre dann nach einer besonders langen und kontroversen Diskussion zu lockern, erfand Milan dann mal schnell ein neues Spiel, in dem das bereits bekannte Spiel Schere, Stein, Papier sagen wir mal, erweitert wurde und somit kann man nicht behaupten, dass wir keinen Spaß bei der Vorbereitung hatten, obwohl es auch sehr anstrengend war. Trotzdem war es auch sehr interessant, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen auch unter dem Gesichtspunkt, dass wir mit Menschen darüber diskutieren würden, die einer anderen Kultur angehören.

So standen wir dann am Mittwoch vor einer Gruppe von 15 – 20 Lehrern ( kein einziger Schüler) und stellten fest, dass die Lehrer relativ diskussionsfreudig waren und alle sehr interessiert und dass die Meinung,was den Krieg und den Frieden angeht, größtenteils mit den Meinungen von uns Freiwilligen übereinstimmt. Auch die Atmosphäre war sehr locker. Was mich besonders amüsierte, war der Präsident, der extra zu dieser Veranstaltung eingeladen worden war und vorne bei uns sitzen durften. Vor eben diesem hatte Tapas uns vorher schon gewarnt, indem er sagte: „ He's a bit mad“. But maybe he can turn on the lights or light a candle in the end.“ und lachte. Tatsächlich hatte der Präsident keine Hemmungen, andere leute mitten im Satz zu unterbrechen und von einem komplett anderen Thema zu beginnen, was damit endete, dass etwa die Hälfte der Menschen im Raum gleichzeitig abwehrend die Hände hob und ihm riet, still zu sein. Tatsächlich durfte der Präsident zum Schluss eine Kerze anzünden, was feierlich mit einer Kamera festgehalten wurde. Wie hier üblich gab es am Schluss der Veranstaltung Gebäck und Tee für alle und da uns viele der Lehrer später noch sagten, dass ihnen under Programm echt gut gefallen habe, erinnere ich mich gern an den Tag und denke, es hat sich auf jeden Fall gelohnt, viel Zeit zu investieren.

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