Abenteuerurlaub in Darjeeling

Aufregung bei uns Freiwilligen. Der erste Urlaub steht an. Als erstes Reiseziel hatten wir uns Darjeeling ausgesucht. Also gings am 07. zuerst nach Kolkatta und von da dann mit dem Nachtzug über 10 Stunden nach New Jalpaiguri ( für indische Verhältnisse eine relativ kurze Reise). Zug fahren in der Sleeper Class war das erste Erlebnis, da man dort Liegen aus Leder hat, so dass jeder im Prinzip sein eigenes Bett hat. Eine ziemlich coole Erfindung. In New Jalpaiguri nahmen wir ein Sammelttaxi nach Darjeeling. Auch das war bereits ein Erlebnis für sich. Mit 10 anderen Menschen in einem Jeep über 4 Stunden die Berge an steilen Bergstraßen ohne Geländer entlangfahren. In der Zeit waren wir praktisch damit beschäftigt, uns die wunderschöne Landschaft genau einzuprägen. Und als wir auf 2000 Metern Höhe Darjeeling erreichten, waas war meine erste Empfindung? Ein seltsames Gefühl, dass ich kaum einordnen konnte. Eine Gänsehaut und ein taubes Gefühl in meinen Fingerspitzen. Moment mal, ist das etwa... KÄLTE????? Ein Gefühl, welches ich jetzt seit über einem Monat nicht mehr erlebt habe. Und dann taucht Darjeeling aus dem Nebel vor uns auf. Praktisch in den Berg gehauen, eine wunderschöne, bunte Stadt. Überall sind bunte Fahnen aufgehängt und ich fühle mich an unseren Rummel erinnert, bis uns erklärt wird, dass es buddhistische Fahnen sind. Blau steht für den Himmel, weiß für Wasser, gelb für die Sonne, grün für das Land und rot für???. In Darjeeling verbrachten wir jedoch nur 2 Tage, da wir danach eine viertägige Trekkingtour am Rande des Himalalya unternahmen. In diesen 2 Tagen besuchten wir den berühmten Zoo in Darjeeling, in dem es einen Schneeleoparden, schwarze Panther, Tiger, Himalayawälfe und (meine neuen Lieblingstiere) rote Pandas gibt. Außerdem standen wir morgens um halb 4 auf, um uns den Sonnenaufgang auf dem Tiger Hill, einer berühmten Aussichtsplattform anzusehen. Und selbstverständlich probierten wir eine Menge von Darjeelings berühmtem Tee. Außerdem entdeckten wir in Restaurants auch andere uns bis jetzt unbekannter Köstlichkeiten wie Momos, Teigfladen, in welchen vegetarisches Gemüse eingebacken ist. Das ist mein neues Lieblingsessen. Am nächsten Tag begann bereits unsere Trekkingtour. Als erstes fuhren wir nach Rimbick, wo unsere Tour am nächsten Tag beginnen würde. Dort wurden wir von unserem 34jährigen Guide abgeholt, bei dem wir dann noch eine Nacht schliefen. Und dann gings los. Rimbick liegt bereits auf 2600 Metern Höhe. Trotzdem mussten wir den ersten Tag noch 1000 Höhenmeter überwinden, da wir 16 km nach Sandakphu liefen, welches auf 3600 Metern Höhe liegt. Mit unserem Guide hatten wir eindeutig Glück, da er unglaublich witzig war und man mit ihm auch mal abends einen Brandy trinken konnte, um warm zu werden( kein Scherz, nachts waren es fast 0 Grad, was haben wir gefroren). Bereits den ersten Tag waren wir froh trotz den Anstrengungen diese Tour unternommen zu haben, weil die Landschaft unbeschreiblich schön war. Gegen Mitttag erreichten wir dann völlig erschöpft Sandakphu, ein niedliches kleines Dorf, was direkt an der Grenze zu Nepal liegt. Total witzig, wir haben nämlich in einem Hotel in Nepal übernachtet, also kann ich jetzt sagen, dass ich auch schon in Nepal war. Da es in den Hütten und allgmein in Indien keine Heizungen oder ähnliches gibt, ist es schon interessant, da es drinnen oft noch kälter ist als draußen. Diesen Nachmittag verbrachten wir mit Skatspielen. Am nächsten Morgen standen wir bereits wieder um 5 auf und konnten dafür einen tollen Sonnenaufgang und einen unglaublichen Blick auf den von hier sehr nahen Kanchenjunga und Mount Everst werfen. Dann gings auch schon weiter, diesmal 21 km bis zum auf 3000 Meter Höhe liegenden Phalut. Ein wunderschöne Strecke, in der man die ganze Zeit einen unglaublich klaren Blick über die Berge hatte, auch wenn es manchmal steil bergauf ging. Da wir in Phalut vorher kein Hotel buchen konnten und der Ort aus 2 Hütten besteht, wollten wir es früh erreichen, um noch einen Schlafplatz zu bekommen. Mit dieser Motivation liefen wir gleich doppelt so schnell und erreichten Phalut in Rekordzeit. Erst eine andere Person war auf dieser Strecke schneller als wir. Netterweise gab es auch och genug freie Plätze und diese Nacht schliefen wir auf einer Hütte, exakt wie man es sich vorstellt. Gekocht wurde unter dem Feuer, die Hütte war aus Holz und Elektrizität oder warmes Wasser gab es nicht ( gab es aber nirgendwo während des Trekkens). Habt ihr euch schon mal bei gefühlten 10 Grad mit eiskaltem Bergwasser abgeduscht? Es ist eine Erfahrung wert. Auch hier standen wir am nächsten Tag um halb 5 auf, kletterten noch einen Berg hinauf und erlebten hier einen noch schöneren Sonnenaufgang als den Tag zuvor auch wenn die Sicht auf den Kanchenjunga leider bedeckt war. Später durften wir dann unser Frühstück draußen in der Sonne essen. Stellt euch das mal vor, du sitzt in der Sonne auf 3000 Metern Höhe, hast einen wunderschönen Rundumblick auf die Berge, hinter dir ist der Himalaya und du sitzt dort, spielst Karten und isst ein unglaublich geiles Frühstück nämlich tibetanisches Brot. Das schmeckt ein bisschen wie Karpfen. Einfach total lecker. Während du dort sitzt, siehst du unter dir eine Yakherde langmarschieren ( ja die gibt es hier) und genießt deinen Tee mit Yakmilch ( schmeckt ein bisschen wie Ziegenmilch nur nicht ganz so stark). Yakkäse haben wir auch probiert, ich mag ihn nicht so. Das war so schön, so leicht und lebendig habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. In dem Moment war ich unglaublich glücklich. Aber auch von dort mussten wir irgendwann weitergehen. Dieser Tag war sehr entspannt, da es in das 1000 Meter niedriger liegende Gorke ging. So liefen wir entspannt 14 km bergab und auf einmal wurde es richtig warm, so dass wir sogar im Tshirt draußen sitzen konnten. Dort genossen wir dann erst mal ein Bier aus dem angrenzenden Sikkim ( ein weiterer Staat Indiens, in dem man aber als Ausländer nicht so leicht reinkommt. Es war sehr lustig, da der Fluss in Gorke die Grenze zwischen West Bengal und Sikkim ist. Dementsprechend liefen wir nachmittags ganz gemütlich über eine Brücke und verbrachten den Nachmittag illegal in Sikkim :D Abends probierten wir ein lokales Bier namens Tungba, in welchem die Körner für den Alkohol vorhanden sind und dann heißes Wasser drübergeschüttet wird, so dass der Gärungsprozess dann erst im Becher stattfindet. Getrunken wird es dann aus einem Bambusstrohhalm. Nach dem leckeren Bier wurde es dann auch Zeit fürs Bett und somit brach dann schon der letzte Tag unseres Trekkens an, an welchem wir dann 26 km über ein kleines Bergdorf namens Srikola wieder zurück nach Rimbick liefen. Auch wenn ich meine Waden schon deutlich spürte, war dieser Abschnitt sehr angenehm zu laufen. Abends kamen wir dann erschöpft aber glücklich über die neuen Erfahrungen und wunderschöne Landschaft wieder in Rimbick an, wo uns von der Mutter unseres Guides total leckere Momos serviert wurden und wir noch einen tollen Abend verbrachten. Tja und den nächsten Tag gings dann schon wieder etwas melancholisch zurück nach Mankundu, da uns die tollen Erfahrungen und die Berge noch nicht losließen. Trotzdem war es auch wieder sehr schön, in unsere Gastfamilie zu kommen und wieder zur Schule zu gehen. Außerdem war es endlich wieder warm! Als Dank für die vielen Klimawechsel von warm zu kalt und wieder zu warm habe ich jetzt zwar erst einmal eine Erkältung aber da unser Urlaub etwas ganz besonderes war, ist dies ein angemessener Preis.

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Kommentare: 3
  • #1

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