Ein ganz besonderes Weihnachten

Ueber Weihnachten hatte ich mir vorher kaum Gedanken gemacht. Schließlich wird es hier in Indien grundsätzlich nicht gefeiert. Zwar wollten wir Freiwilligen wichteln, aber etwas Großartiges erwartete ich trotzdem nicht und dachte vor Weihnachten sehnsüchtig an das Weihnachten zuhause mit Plätzchen, Kerzen und Schnee. Eine Weihnachtsstimmung wollte unter uns Freiwilligen nicht so richtig aufkommen, obwohl es Ende Dezember doch noch ziemlich kalt geworden war. Am 24. waren Milan und ich noch bei einer Buchmesse, weil unsere NGO dort auch einen Stand hatten und wir zu Werbezwecken auch dort sitzen sollten. Schließlich werden die Leute immer neugierig, wenn sie Deutsche sehen und kommen dann eher zum Stand, um Fragen zu stellen.
Jule und Markus waren zuhause geblieben, um noch eine „Überraschung“ vorzubereiten.
Auch die beiden deutschen Freiwilligen, die im Süden Indiens arbeiten, waren zu Besuch, so dass wir trotz der fehlenden Stimmung schon einen sehr spaßigen Tag hatten.
Doch nachdem Milan und ich von der Messe wiederkamen, traf uns beinahe der Schlag. Im ganzen Haus roch es schon nach Punsch es gab sogar Weihnachtsmützen, die wir aufsetzen mussten. Dann wurden wir unter der Führung von den Weihnachtsengeln Jule und Markus nach oben in unseren Essbereich gebracht und dort erwartete uns eine Riesenüberraschung in Form eines voll eingerichteten Weihnachtszimmers. Als Weihnachtsbaum diente eine große Palme, die vollständig mit Lametta und Sternen geschmückt war. Außerdem gab es einen Teller mit Keksen, die ein paar Tage zuvor in Päckchen angekommen waren. Dazu gab es selbstgemachten Punsch von Meisterköchin Jule. Unter dem Baum lagen die ganzen Geschenke. Überall brannten Kerzen und so entstand doch noch eine sehr schöne feierliche Atmosphäre, die noch schöner wurde, als einer der Freiwilligen aus dem Süden sein Saxophon auspackte und unsere Weihnachtslieder begleitete. Und dann gings ans Geschenkeauspacken. Ich bekam Geschenke zum Thema vegane Weihnachten, nämlich einen richtigen Käse ( der hier normalerweise so teuer ist, dass wir ihn uns nicht kaufen) und eine große Packung Kakaopulver sowie einen Elchenhaarreifen :D
Den Abend wollten wir noch rund abschließen und in Kolkata feiern gehen, wozu wir bereits ein Hotel gebucht hatten. Fröhlich und in Feierstimmung betraten wir das Hotel und unsere Feierstimmung hielt genauso so lange an, wie wir noch nicht bemerkt hatten, dass wir unsere Reisepässe vergessen hatten. Tja, Pech gehabt, ohne Reisepass keine Hotelübernachtung, wurde uns schnell klargemacht, aus Angst vor Anschlägen. So mussten wir unverrichteter Dinge wieder fahren und erwischten noch schnell den letzten Zug zurück nach Mankundu. Nach einer kurzen Phase der Enttäuschung ließen wir uns aber nicht beeinflussen und schauten in Mankundu noch einen Teil der alten BBC Produktion per Anhalter durch die Galaxis. Schließlich freuten wir uns schon auf unseren Urlaub in Goa, der 2 Tage später beginnen würde. Mehr dazu im nächsten Blog.

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